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15.04.2019 | KNAUER NEWS

Ein Monat nach dem Equal Pay Day: Zeit für einen Selbsttest

Nun ist es fast genau einen Monat her, dass am 18. März der sogenannte Equal Pay Day in Deutschland große Aufmerksamkeit erweckte. Unternehmerin Alexandra Knauer berichtet, wie sie mit der Aktion umging.

Das Ideal einer gerechten Lohnzahlung unabhängig vom Geschlecht wird heute nur noch von wenigen Menschen infrage gestellt. Dennoch sind in der Praxis noch viele Länder deutlich von diesem Ideal entfernt. Deutschland nimmt aktuell mit durchschnittlich 21 % schlechterer Bezahlung von Frauen einen der letzten Plätze in Europa ein – nur Estland und Tschechien liegen noch dahinter.

Was bedeutet diese Zahl der sogenannten geschlechterspezifischen Lohnlücke?

Der Wert ergibt sich aus dem durchschnittlichen Bruttostundenlohn für Männer abzüglich des Bruttostundenlohns für Frauen und wird ins Verhältnis zum Stundenlohn der Männer gesetzt. Dieses Verhältnis wird in Prozent angegeben.

Dass diese vom Statistischen Bundesamt jährlich ermittelte Zahl so viel Aufmerksamkeit erhält, ist in erster Linie der „Equal pay day“-Initiative des Vereins Business and Professional Women (BPW) Germany e.V. zu verdanken.

Indem der Verein die Prozentzahl als Anzahl Tage umrechnet, die Frauen im Schnitt vom Jahresbeginn an quasi kostenfrei arbeiten müssen, bevor sie mit Ihren männlichen Kollegen gleichziehen, wird der Unterschied anschaulich und die Ungerechtigkeit spürbar. In Deutschland waren es zuletzt 77 Tage bis zur Lohngleiche, entsprechend der Zeit bis zum 18. März 2019. Diesen Tag kommunizierte die Initiative sehr erfolgreich als Aktionstag.

Was kann der Einzelne tun?

Unternehmerin Alexandra Knauer, die den Berliner Labormessgerätehersteller KNAUER mit 138 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern leitet, hat nach eigener Einschätzung intuitiv schon immer auf Gleichbehandlung zwischen den Geschlechtern geachtet. Dieses Jahr nahm Sie jedoch den Aktionstag als Anstoß und ließ die Lohnlücke für ihr Unternehmen nach der gleichen Regel ermitteln.

„Nachdem ich den Entschluss zur Nachprüfung gefasst hatte, konnte ich das Ergebnis kaum abwarten. Als die Berechnungen bei KNAUER einen Lohnvorsprung für Männer von lediglich knapp 3,2 Prozent ergaben, war ich sehr zufrieden. Unser Equal Pay Day wäre damit schon am 12. Januar gewesen“, so Alexandra Knauer.

Trotz dieses sehr guten Ergebnisses sieht die Geschäftsführerin noch Entwicklungsbedarf, auch abseits der Bezahlung, beispielsweise beim Frauenanteil. Mit knapp 40 % liegt die Gesamtfrauenquote für ein Technologieunternehmen wie KNAUER zwar schon sehr hoch und auch der Anteil von Frauen in Führungspositionen ist mit 35 % fast dreimal so hoch wie im Durchschnitt deutscher Unternehmen, aber in einigen technischen Kernbereichen wie der Entwicklungsabteilung gibt es immer noch wenig Frauen. Weil Alexandra Knauer davon überzeugt ist, dass Vielfalt letztendlich die besseren Lösungen kreiert, strebt sie weiter danach, den Frauenanteil auch in den klassisch männlichen Bereichen zu erhöhen. Dass sie kürzlich die erste Frau in der Softwareentwicklungsabteilung einstellen konnte, bereitete ihr deshalb besondere Freude.

„Wir werden den Lohnabstand bei KNAUER künftig einmal pro Jahr ermitteln. Idealziel wäre eine Lücke von null Prozent. Eine Schwankungsbreite von 3 % in beide Richtungen halte ich für sehr akzeptabel. Ich würde jedem Unternehmen empfehlen, den hauseigenen Equal-Pay-Day zu ermitteln und Maßnahmen zu ergreifen, dass er jedes Jahr früher ansteht. Er ist jedenfalls eine hervorragende Kennzahl für die Jahresziele“, findet Knauer.

 

Das Familienunternehmen KNAUER Wissenschaftliche Geräte GmbH entwickelt seit mehr als 56 Jahren Messgeräte für Forschung und Wissenschaft. Mit den Systemen für Chromatografie, genauer gesagt Flüssigkeitschromatografie (HPLC), werden beispielsweise Lebensmittel oder Umweltproben auf Inhaltsstoffe und Verunreinigungen untersucht oder die Qualität von Medikamenten kontrolliert. Alexandra Knauer, die das Unternehmen in zweiter Generation führt, legt großen Wert auf unternehmerische Verantwortung sowohl gegenüber den Beschäftigten als auch gegenüber Umwelt und Gesellschaft. Das Thema „Corporate Social Responsibilty“ wird in ihrem Unternehmen daher seit vielen Jahren praktisch gelebt. Mehr über KNAUER: www.knauer.net

Weiterführender Link:

“Equal pay day” Website des Vereins Business and Professional Women (BPW) Germany e.V.: www.equalpayday.de

 

KNAUER Wissenschaftliche Geräte GmbH, Hegauer Weg 38, 14163 Berlin
+49 30 809 727-0, info@knauer.net, www.knauer.net

Pressekontakt: Oliver Gültzow, gueltzow@knauer.net, +49 30 809727-43

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